Wandern mit Öffis 2026: Übers Bildstöckljoch ins Matschertal
Wandern mit Öffis

Übers Bildstöckljoch ins Matschertal

Es war Samstag, der 5. September, und wie an vielen Tagen in diesem Sommer ging sich eine Bergtour aus, ohne in ein Gewitter zu kommen. Über einen neu geschaffenen Übergang ging eine Gruppe des AVS Meran von Kurzras ins Matschertal. Die Anfahrt mit dem Bus ins Schnalstal ist eine längere Fahrt, denn es werden auch Dörfer wie Katharinaberg und Karthaus angefahren, die oberhalb der Talstraße liegen. Nach eineinhalb Stunden ab Meran kamen wir in Kurzras an und begannen mit dem Aufstieg Richtung Lazaunalm, um dann durch das Langgrubtal zum Langgrubjoch zu gelangen.

An diesem Tag war es bewölkt und sehr windig. Besonders Richtung Langgrubjoch wurden wir von starken Böen überrascht, und das hieß: schnell wärmere Jacken überziehen! Da wir alle noch die Sommertemperaturen aus Meran von um die 32 Grad in den Knochen hatten, spürten wir nun das genaue Gegenteil und sehnten uns nach ein bisschen Wärme.

Vom Langgrubjoch ging es nun Richtung Bildstöckljoch. Der Weg ist mit Steinmännchen gut markiert. Mit einem geschulten Auge für den Weg durch das Blockgelände kamen wir nach einer weiteren Dreiviertelstunde zum Bildstöckljoch. Der Aufenthalt dauerte nur kurz, denn auch der böige, kalte Wind hatte uns wieder eingeholt und pfiff uns ordentlich durch die Jacken. Vom Bildstöckljoch ging es weiter nach „Kleintibet“, wie die Berggegend zwischen Oberettes-Hütte, Saldurseen, Spizat und Südlicher Schwemserspitze heißt. Da ich noch nie in Tibet war, hatte ich keinen Vergleich. Es war sehr beeindruckend, in dieser kargen Hochgebirgslandschaft zu sein.

Nun begann der lange Abstieg zu den Glieshöfen. Die Sportuhren zeigten uns am Ende über 1.500 Höhenmeter im Abstieg – ganz schön ein Brett! Der Abstieg erfolgte über die Saldurseen, schöne, in der Berglandschaft gelegene Seen, wo wir nochmals eine kurze Nachmittagspause einlegten. Doch lange wollten wir nicht verweilen, stand uns doch noch ein knackiger Abstieg bis zum Bus bevor.

Glück hatten wir bei den Glieshöfen: Ein sehr netter, freundlicher Busfahrer fuhr mit seinem Achtsitzer zweimal Richtung Matsch, sodass wir und andere Wanderer den Anschlussbus schafften. So ging es von Matsch mit dem nächsten Bus bis Mals und von dort mit dem Schienenersatzverkehrs-Bus zurück nach Meran. Insgesamt dauerte die Rückfahrt zweieinhalb Stunden. Doch wer mit den Öffis fährt, nimmt das gerne in Kauf, um von einem Tal ins andere zu gelangen

Haller Rosi
Haller Rosi